Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Freiwillige Feuerwehr Alt-Marl. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Mittwoch, 31. August 2011, 17:20

Geschichte des Löschzuges

Löschzug 2 Alt–Marl



In den Sommertagen erging nun der Ruf des Amtmanns Barkhaus an die Marler Bevölkerung zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr.



Fünfzig begeisterte Feuerwehrfreunde wurden seinerzeit verpflichtet. Bald stellte sich jedoch heraus, dass für die Ausbildung einer schlagkräftigen Einsatzbereitschaft die Gruppe zu groß war, so dass die Versammlung bereits am 31.08.1908 beschloss, den Höchststand der Wehr auf 40 Mitglieder zu bemessen. Zum Chef der Freiwilligen Feuerwehr wurde Amtsbaumeister Birkenfeld und zum Stellvertreter Anstreichermeister Winter gewählt.



Die ersten Uniformen wurden schon im Jahre 1908 durch Eigenhilfe beschafft. Selbsthilfe wurden von jedem Mitglied gefordert, um den Aufbau der Feuerwehr zu ermöglichen.



1909 trat die Feuerwehr der Westfälischen Feuerwehr-Unfallkasse bei. Die zu entrichtenden Beiträge wurden von der Gemeindekasse übernommen, außerdem wurde der Feuerwehr für das laufende Jahr 1909 eine Beihilfe von 60 Mark gewährt. In den Jahren 1909 und 1910 wurden für die Feuerwehr sehr viele Kleingerätschaften, wie Anstelleitern, Nebelhörner, Kerzenlaternen, Feuerpatschen, Einreißhaken und Schlauchmaterial beschafft. Für die Brandbekämpfung stand der Wehr die alte Druckspritze der Firma Höning zur Verfügung.



Ende des Jahres 1912 wurde eine neue, moderne Spritze der Firma Tidow-Hannover zum Preis von 1775 Mark nach Marl ausgeliefert.



Zur Gespannhaltung wurden die Marler Pferdehalter Franz König, Herman Schulte und August Tüshaus verpflichtet.



Um die Ausbildung der Wehrmänner zu verbessern, wurde im Jahre 1913 ein Übungsturm in Buer-Erle erstanden. Dieser Steigerturm wurde auf dem Hof der Dorfschule (heute Overbergschule) errichtet. Diese Aufbauarbeit wurde durch den Krieg unterbrochen, als ein großer Teil der Wehrmänner an der Front weilte.



Viel Freude herrschte in der Marler Feuerwehr, als im Jahre 1927 von der Gemeinde Marl eine motorisierte Brandspritze zur Verfügung gestellt wurde. Ihr Standort erhielt die neue Brandspritze auf dem städtischen Bauhof an der Riegestraße.



Um die Feuerwehr noch schlagkräftiger zu gestallten, beschaffte sich der Löschzug aus eigenen Mitteln einen gebrauchten Wagen und baute ihn für den Schnelldienst bei Brandeinsätzen um.



In dieser Zeit fällt auch die Bildung einer eigenen Feuerwehrkapelle unter der Leitung des Kameraden Wilhelm Bremer. Sie hatte etliche Jahre fleißig für die Feuerwehr gespielt, löste sich aber später wieder auf.



Das Jahr 1927 brachte die erste Änderung in der Führung der Wehr. Brandmeister Birkenfeld schied aus, weil er zum Branddirektor der Gesamtwehren von Marl gewählt wurde. Zu seinem Nachfolger als erster Brandmeister wurde Nikolaus Scherer und zu dessen Stellvertreter Georg Genius gewählt. Am 24. September 1933 konnte die Wehr das fünfundzwanzigjährige Jubiläum ihres Bestehens begehen.



In den Jahren 1933-1945 wurde der Status der Freiwilligen Feuerwehr verschiedentlich durch Gesetze und Verordnungen geändert. Sie büßte zwangsweise den Charakter ihrer Freiwilligkeit ein. So wurde durch das Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23.12.1938 die Freiwillige Feuerwehr technische Hilfspolizeitruppe und der Polizeigerichtsbarkeit unterstellt.



Im Jahre 1938 konnte die neue Feuerwache an der Wilhelm-Gustloff-Straße (heute Garmannstraße) bezogen werden. Sie bot reichlich Unterbringungsmöglichkeiten für Löschfahrzeuge und übrige Gerätschaften. Im Juli des Jahres 1939 wurde die neue Feuerwache offiziell eingeweiht. Verknüpft wurden die Einweihungsfeierlichkeiten mit der Verabschiedung des damaligen Wehrführers Johann Birkenfeld. Gleichzeitig übernahm Oberbrandmeister Karl Fromme die Führung des Löschzuges, da der bisherige Löschzugführer Nikolaus Scherer die Nachfolge von Johann Birkenfeld als Führer der Gesamtwehren des Amtes Marl antrat. Durch Erreichen der Altersgrenze legte Amtsbaudirektor Birkenfeld auch das Amt des Kreisfeuerwehrführers nieder, das er seit dem 8. Februar 1934 bekleidete. Zum Nachfolger für das Amt des Kreisfeuerwehrführers für den Landkreis Recklinghausen wurde der bei der Amtsverwaltung Marl tätige technische Amtsoberinspektor N. Scherer vom Landrat ernannt.



1942 wurde der Zug von Oberbrandmeister Stoltenberg übernommen, da Karl Fromme zum Amtsbrandmeister aufgerückt war.



Der Zug wurde 1948 von Oberbrandmeister Andreas Ratajczak übernommen, der die Führung jedoch 1950 an Oberbrandmeister Bernhard Hoffrogge abgab, da er zum Amtbrandmeister gewählt wurde. 1956 schied Oberbrandmeister Bernhard Hoffrogge wegen Erreichens der Altersgrenze als Führer des Löschzuges aus. Sein Nachfolger wurde Oberbrandmeister Werner Heier, der mit Übernahme des Amtsbrandmeisterpostens im Jahre 1965 von Oberbrandmeister Fritz Rupieper abgelöst wurde



Ende Juni des Jahre1958 feierte der Löschzug Alt-Marl sein 50jähriges Bestehen. Kamerad Rupieper führte den Löchzug bis zum Jahre 1978, in dem er zum Stadtbrandmeister gewählt wurde. Seitdem wird der Löschzug von Hauptbrandmeister Ulrich Große-Homann geleitet.



Durch den Neubau der Hauptfeuerwache an der Herzlia-Allee zog der Löschzug I (Hauptberufliche Kräfte) aus dem Gerätehaus an der Garmannstraße aus. Der Löschzug II bekam neue Räumlichkeiten in der alten Feuerwache zugewiesen.

Im September 2003 wurde Ulrich Große Homann nach 40 jähriger Dienstzeit in die Alters- und Ehrenabteilung übergeben. Sein bisheriger Vertreter Klaus Spurmann wurde zum Löschzugführer ernannt.



Quelle: Chronik 1887 - 1991 der Feuerwehr Marl
Beschleunigung ist, wenn die Tränen der Ergriffenheit waagrecht zum Ohr hin abfliessen.